Afrik. Rotkappenschwalbe (Hirundo smithii smithii) im Liwonde National Park – Alle Fotos auf der Seite (wenn nicht anders angegeben) von Ulrike Wizisk

Malawi Vogelliste Teil 5 (Sperlingsvögel 2)

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Stenostiridae (Elfenschnäpper, Fairy Flycatchers)

Weißschwanz-Haubenschnäpper (Elminia albicauda)

In Malawi kommen nur Arten der Gattung Eleminia (Haubenschnäpper) vor, die im Habitus und Lebensweise an Fliegenschnäpper (Muscicapidae) erinnern, aber nicht nah mit ihnen verwandt sind. Sie haben lange Schwänze und eine mehr oder weniger ausgeprägte Haube.

Den Weißschwanz-Haubenschnäpper (Elminia albicauda) [engl. White-tailed Blue-flycatcher] (14 cm) findet man in immergrünen Wäldern, auch im Buschland und in Miombo-Biotopen. Das Rift Valley von Uganda bis nach Mosambik ist sein Hauptverbreitungsgebiet. Doch findet man ihn auch weiter westlich (Sambia, Angola). Wir konnten die Art in einem Miombo-Wald bei einem spontanen Stop auf der Fahrt von Nyika zum Malawisee nachweisen; später dann auch im Mulanje-Gebiet. Die Vögel halten sich meist in den Baumkronen auf, wo sie auf kleine Insekten lauern, die sich meist in einem kurzen Flug in der Luft erbeuten.

Der Berghaubenschnäpper (Elminia albonotata) [engl. White-tailed Crested-flycatcher] (13 cm; dunkelgrau bis schwarz, Unterseite heller; kein Foto) ist ein Vogel der immergrünen Wälder der Bergländer, teilweise bis ca. 2200 Höhenmetern. Es ist eine Triggerart für die Importand Bird Areas von Nyika und Mulanje. Wir hatten eine Beobachtung im Nyika National Park; kein Foto.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Paridae (Meisen, Tits)

Wir konnten nur eine Art im Liwonde National Park sichten (kein Foto): Mohrenmeise (Melaniparus niger) [engl. Southern Black Tit] (15 cm, schwarz, an der Seite – Flügel – weiß); Miombe- und Mopane-Wälder, auch andere trockene Biotope mit Bäumen; Nahrung: vornehmliche Raupen

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Alaudidae (Lerchen, Larks)

Kurzhaubenlerche (Mirafra africana)

Die Kurzhaubenlerche (Mirafra africana) [engl. Rufous-naped Lark] kommt auf dem Nyika-Plateau, wo wir sie regelmäßig auf den Flächen mit kurzem Gras sehen konnten. Es handelt sich wohl dort um die Unterart nyikae, aber die Systematik bei dieser vor allem im östlichen Südafrika und in Ostafrika weit verbreiteten Art ist wissenschaftlich noch nicht abschließend bearbeitet.

Die Vögel sind mit 16 – 20 cm recht große Lerchen (v.a. nyikae). Der Schabel ist mit reativ kurz – eigentlich untypisch, denn die bevorzugte Nahrung sind Insekten. Die Federn am Kopf können zu einer Haube aufgestellt werden.

Bei der Bestimmung von Lerchen sollte immer ein gutes Bestimmungsbuch zu Rate gezogen werden! 

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Cisticolidae (Halmsängerartige, Cisticolas and allies)

Die Halmsängerartigen (Cisticolidae) sind eine artenreiche Vogelfamilie, die früher zu den Grasmückenartigen (Sylviidae) zählten. Es sind kleine, insektenfressende Vögel mit abgerundeten Flügeln und langen Schwänzen. Auch auf Grund ihrer dünnen Beine und den spitzen Schnäbeln wirken sie teilweise recht „zart“ und „filigran“. Ihr Verbreitungsschwerpunkt ist Afrika.

Gelbbaucheremomela (Eremomela icteropygialis)
Gelbbrust-Feinsänger (Apalis flavida)
Halsband-Feinsänger (Apalis thoracica); SÜDAFRIKA!!!

Die Gelbbaucheremomela (Eremomela icteropygialis) [engl. Yellow-bellied Eremomela] (9-10 cm; klein!!) bewohnt, offene, oft trockene Buschländer oder lichte Wälder. Beobachtung: Dzalanyama Forest

Die Vertreter der Gattung Apalis zeichnen sich durch kontrastreiche Gefieder mit schwarz-grau-weißen- und oft auch gelben Farben aus. Sie haben lange Schwänze, die oft aufgestellt werden. Bei der (oft schwierigen) Bestimmung der Arten sollte man immer auch auf die auffälligen Augen achten. Sie sind alle so um die 13 cm groß.

Der Gelbbrust-Feinsänger (Apalis flavida) [engl. Gelbbrust-Feinsänger] (13 cm) hat ein orange-rotes Auge und die Männchen haben ein nicht durchgezogenes Brustband, das bei den Weibchen fehlt. Er stellt nicht sehr viel Ansprüche an sein Habitat, und so findet man ihn in allerlei Wald- und Buschbiotopen, auch im Kulturland, wenigiger in Miombe-Wäldern. Wie sahen die Art im Garten der Chinteche Lodge am Malawisee (Karte).

Den seltenen Gelbkehl-Feinsänger (Apalis flavigularis) [engl. Yellow-throated Apalis] (13 cm) haben wir leider verpasst. Er ist fast ganz (kräftig) gelb bzw. oliv (Oberseite). Nur an den Kopfseiten ist er dunkelgrau, die Iris ist weiß. Beide Geschlechter tragen ein durchgezogenes, schwarzes Brustband. Die Art ist fast endemisch in Malawi und kommt nur sehr lokal in den Bergen von Mulanje und Zomba vor, sowie am Mt. Malosa im Südosten und vielleicht am Mt. Chiperone in Mosambik. Wegen dieser engen Verbreitung ist die Art in den Vogelbüchern oft nicht aufgeführt!!!!

Den Halsband-Feinsänger (Apalis thoracica) [engl. Bar-throated Apalis] sahen wir bei der Kumbali-Lodge (Karte). Diese Art kommt in den Regionen entlang des Rift Valley von Tansania nach Süden bis in die Küstengebiete von Südafrika vor. Er bildet sehr viele, sehr unterschiedlich gezeichnete Unterarten aus, weshalb man ihn ziemlich schlecht identifizieren kann und nur erfahrene lokale Birding Guides kennen sich da aus.. Das Foto aus Südafrika zeigt mit Sicherheit nicht einer der in Malawi vorkommenden Unterarten. Bei allen ist wohl die Kehle hell und das Auge hat eine weiße Iris. Im Zomba– und im Mulanje-Gebiet gibt es eine endemische Subspezies.

Spiegelfeinsänger (Apalis chariessa macphersoni)

Der Spiegelfeinsänger [engl. White-winged Apalis] ist sicherlich der Zielvogel der meisten Ornithologen, die nach Zomba reisen, denn kaum irgendwo anders hat man so gute Chancen diesen Vogel zu beobachten. Er kommt dort in der südlichen Unterart Apalis chariessa macphersoni vor, die alles in allem dunkler ist als die Nominatform. Die Beobachtung ist nicht gerade einfach, denn die Vögel halten sich gerne in den hohen Baumkronen auf.

Die in Malawi und im angrenzenden südlichen und östlichen Tansania sowie auf dem Mt. Chiperone vorkommende Unterart ist vollständig isoliert von der Nominatform, die in weiter nördlichen Gebieten von Tansania vorkommt.

Der Spiegelfeinsänger bewohnt diverse feuchte Waldhabitate, zwingend  Bartpflechten der Gattung Usnea beherbergen, denn darin baut er sein Beutelnest. Noch gilt diese Art als nicht stark bedroht, was sich aber in der Zukunft vermutlich ändern wird, wenn nicht der Schutz solcher Wälder vorangetrieben wird.

Schwarzkopf-Feinsänger (Apalis melanocephala)

Ebenfalls ein typischer Waldvogel ist der Schwarzkopf-Feinsänger (Apalis alticola) [engl. Black-headed Apalis]. Er hat keine gelben Gefiederanteile. Sein Lebensraum sind sowohl feuchte als auch trockene Wälder (Miombe).

Die Art kommt im östlichen Afrika vor und gliedert sich in diverse Unterarten, die sich in der Farbintensität des Gefieders und in der Farbe der Iris unterscheiden. In Zomba sollte es sich um die Unterart adjacens handeln mit dunkelgrauer Oberseite und cremeweißer Unterseite. Wie sahen im Zomba-Gebiet.

Braunkopf-Feinsänger (Brown-headed Apalis)

Der Braunkopf-Feinsänger (Brown-headed Apalis) [engl. Brown-headed Apalis] ist ein recht kontrastarm gefärbter Vertreter seine Gattung. Er ist nur sehr lokal in Tansania, Sambia und Angola nachgewiesen. Wir sahen ihn in einem Miombe-Wald bei einem spontanen Beobachtungsstopp auf der Fahrt von Nyika Richtung Süden zum Malawisee. 

Grünmantel-Bogenflügel (Camaroptera brachyura)

Der Grünmantel-Bogenflügel (Camaroptera brachyura) [engl. Green-backed Camaroptera] ist ein sehr unauffällig und hält sich vornehmlich im dichten Unterwuchs von Wäldern auf, wo er oft auch am Boden und im Geäst selten über drei Meter Höhe „herumspringt“ – auf der Suche nach Beute, die aus Insekten, Spinnen anderen Kleintieren besteht.

Diese Vogelart ist weniger spezialisiert auf einen bestimmten Waldtypus, weshalb sie auf dem afrikanischen Kontinent weit verbreitet und auch nicht selten ist, wobei sie wegen seine heimlichen Lebensweise bei Vogelexkursionen oft übersehen wird. Die zahlreichen Unterarten lassen sich in zwei Gruppen gliedern: eine mit grünen und eine grauen Rücken. Die in Zomba fotografierte Art gehört zu den „Grünen“.

Die Zistensänger sind eine artenreiche Gattung (Cisticiola) bräunlichen kleinen Vögel (meist um die 10 cm). Die meisten Arten sind gestrichelt und wenig kontrastreich gefärbt. Die Schwänze sind teilweise lang. Bei der Bestimmung ist die Stimme wichtig. Wenn sie nicht singen, wird es oft schwierig mit der Identifikation. Ein gutes Bestimmungbuch ist unablässlich, besser mal lässt sich von einem guten ornithogischen Führer anleiten.

Njombezistensänger (Cisticola njombe)

Das Verbreitungsgebiet des Njombezistensängers (Cisticola njombe) [engl. Churring Cisticola] beschränkt sich auf Bergregionen in Malawi und dem südlichen Tansania. Im Malawi kommt er nur auf dem Nyika-Plateau vor, wo wir ihn auch beobachten konnten. Es handelt sich dort um die Unterart mariae bzw. nyikae vor (Benennung noch unklar). Der maximal 13 cm große Vogel hält sich gerne im Grasland in der Nähe von Bachläufen oder an Waldrändern auf, wo die Vegetation etwas höher wächst.

Ein ähnliches Verbreitungsgebiet und auch Habitat hat der Schwarzbrauen-Zistensänger (Cisticola juncidis) [engl. Black-lored Cisticola] (kein Foto).

Beide Spezies sind Triggerarten für die Important Bird Area Nyika National Park.

Etwas weiter verbreitet in Afrika südlich der Sahara ist der Zwergzistensänger (Cisticola nigriloris) [engl. Wing-snapping Cisticola], allerdings in isolierten Clustern. Er ist ebenfalls ein Bergbewohner, bevorzugt aber kürzeres Gras als Habitat. Auch ihn konnten wir in Nyika sichten. (kein Foto)

Rahmbrustprinie (Prinia subflava)

Die Größenangaben von um die 10-15 cm bei den Prinien (Gattung Prinia) sind etwas irritierend, denn ein großer Teil entfällt auf den Schwanz (bei vielen Arten mehr als ein Drittel der Körperlänge), der oft aufgestellt wird. Die „zarten“ Vögel springen meist im „Getrüpp“ in Bodennähe herum. Wir konnten die Rahmbrustprinie (Prinia subflava) [engl. Tawny-flanked Prinia] im Mulanje-Gebiet beobachten und fotografieren. Sie ist in Subsahara-Afrika (viele ähnlich aussehende Subspezies) weit verbreitet und ist in „Gebüschen“ aller Art zu finden. Sie fehlt in Wäldern, ist aber im Kulturland häufig.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Locustellidae (Grassänger, Grasshopper-warblers and Grassbirds)

Zimtbuschsänger (Bradypterus cinnamomeus)

Nur mit viel Geduld gelang ein Belegfoto vom Zimtbuschsänger (Bradypterus cinnamomeus) [engl. Cinnamon Bracken-warbler], der auf dem Nyikae-Plateau in der Unterart nyassae vorkommt.  Der maximal 15 cm große Vogel lebt sehr heimlich zwischen der dichten Vegetation im Buschland bzw. im hoch gewachsenen Gras oder zwischen Farnwedeln.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Hirundinidae (Schwalben, Swallows and Martins)

Maidschwalbe, Zwergrötelschwalbe (Cecropis abyssinica)
Rauchschwalbe (Hirundo rustica), SÜDAFRIKA
Rotkappenschwalbe (Hirundo smithii)
Perlbrustschwalbe (Hirundo dimidiata); NAMIBIA

Schwalben konnten wir vielfach beobachten, aber meist hoch am Himmel fliegend, so dass fast keine Fotos gelangen. Die Bestimmung von Schwalben im Flug – gegen den hellen Himmel – ist zudem nicht einfach, zumal die Vögel immer sehr schnell unterwegs sind. Ein gutes Fernglas, ein detalliertes Bestimmungsbuch, viel Geduld (bis die Vögel sich beim Flug ins richtige Licht drehen) und – am besten die Begleitung eines erfahrenen Ornitologen sind sehr hilfreich.  Hinweise: Die langen, dünnen Schwanzfedern bei einigen Arten können in Zeiten der Mauser auch fehlen! – Den Schwalben auf den ersten Blick sehr ähnlich sind die Segler!

Listeder von uns beobachteten Arten (September 2018) – mit einigen Bestimmungshinweisen und Infos:

Miombosägeflügel (Psalidoprocne (pristoptera) orientalis) [engl. Eastern Saw-wing]: 13 cm = klein, schwarz, deutlich gegabelter Schwanz, aber keine dünnen langen Schwanzfedern); am Malawisee

Maidschwalbe, Zwergrötelschwalbe (Cecropis abyssinica) [engl. Lesser Striped Swallow]: 15-19 cm, am Kopf rotbraun Oberseite dunkel, Unterseite mit deutlicher Strichelung, lang ausgezogene dünne Schwanzfedern wie bei „unserer“ Rauchschwalbe); Umgebung Kumbali Lodge (Karte)

Stahlschwalbe (Hirundo atrocaerulea) [engl. Blue Swallow]: 18-19 cm, dunkel – „stahlblau“, lang ausgezogene dünne Schwanzfedern wie bei „unserer“ Rauchschwalbe nur bei den Männchen; engbegrenzte Verbreitung in isolierten Populationen z.B. im Norden und im Süden Malawis, Habitat: Graslandschaften in den Bergen; Nyika-Plateau

Rotkappenschwalbe (Hirundo smithii) [engl. Wire-tailed Swallow]: 18-19 cm, Kopfkappe rostrot, Oberseite dunkelblau, Unterseite weiß, sehr lang ausgezogene dünne Schwanzfedern bei den Männchen; weit verbreitet: in Subsahara-Afrika Nominatform Hirundo smithii smithii (in Asien – vornehmlich Indien – Hirundo smithii filifera mit noch längeren Schwänzen), offene Landschaften oft in der Nähe von Gewässern; Liwonde National Park (siehe Fotos, fuhren auf den Booten mit, sehr wenig scheu!)

Rauchschwalbe (Hirundo rustica) [engl. Barn Swallow]: 18-19 cm, Wintergast vornehmlich aus dem nördlichen Eurasien, Kehle immer rotbraun, dunkelbrauner Halsring, Unterseite weiß (z.B. mitteleuropäische Unterarten), evtl. in Malawi auch Vögel mit rostbraunem Bauch (z.B. ägyptische oder russische Unterarten); Umgebung Kumbali Lodge (Karte), Mulanje

Perlbrustschwalbe (Hirundo dimidiata) [engl. Pearl-breasted Swallow]: 13 cm = klein, oberseits dunkelblau (je nach Lichteinfall glänzend), Unterseite samt Kehle grauweiß; Gabelschwanz mit kurzen dünnen Spießen, beim Weibchen undeutlicher; in vielen Biotopen vom Grasland bis zu Trockenwäldern (Miombe), oft nahe von Gewässern und in anderen Feuchtgebieten; im südlichen Teil von Subsahara-Afrika recht häufig.

Steinschwalbe – Unterart Rostkehlschwalbe (Ptyonoprogne fuligula fusciventris) [engl. Rockmartin – Subspecies Red-throated Rock Martin]: 10-12 cm = klein; dunkelbraun (dunkler als die anderen Unterarten, die in Afrika und Arabien vorkommen), an der Kehle etwas rötlichbraun; Felsbiotope, auch in Ansiedlungen;
Nyika-Plateau

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Pycnonotidae (Bülbüls, bulbuls)

Bülbüls sind sperlings- bis drosselgroße Sindvögel, die einen langen Schwanz haben und meist recht „aufrecht“ sitzen. Ihre Beine sind dünn und kurz. Die Farben variieren, es gibt tarnfarbene Arten, aber auch bunte. Oft haben sie Unterschwanzdecken in grellen Farben. Sie singen meist laut und wohlklingend. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Sie kommen in Afrika und Asien vor und ernähren sich überwiegend von Früchten. 

Während der Reise haben wir den Fischer’s Greenbul (southern Greenbul) (engl. Phyllastrephus fischeri) identifiziert (u.a. Nyika-Plateau), aber ggf. kommt diese Art dort gar nicht vor. Die Systematik ist bei den Grünbülbüls sehr unübersichtlich, also bleibt diese Art unbestimmt. Vielleicht handelte es sich um den Graubülbül (Pycnonotus barbatus), ggf. eine Unterart.

Grünbülbül (Eurillas virens zombensis)

Der Grünbülbül (Eurillas virens) [engl. Little Greenbul] ein Vogel der feuchten Wälder in Afrika südlich der Sahara, bis zu einer „Grenze“, die sich durch Nord-Angola, Nord-Sambia bis nach Malawi zieht. Die Vorkommen in Zomba und Mulanje sind seine südlichsten Verbreitungsgebiete, wo wie einige Exemplare beobachten konnten. Die eher unscheinbar in Olivtönen gefärbte Vogelart gliedert sich in mehrere Unterarten, in Zomba und Mulanje sollte es Eurillas virens zombensis sein. Auffällig ist allerdings die relativ helle Iris des im Zomba-Wald fotografierten Vogels (was in der Literatur nirgendwo so deutlich beschrieben ist).

Graubülbül (Pycnonotus barbatus), Unterart mit dunkler Kappe

Der Graubülbül (Pycnonotus barbatus) [engl. Common Bulbul] ist in fast ganz Subsahara Afrika und teilweise auch in weiter nördlichen Gebieten ein „Allerweltsvogel“, den man inn allen Biotopen mit Bäumen sehen kann, gerne hält er sich in Gärten und Parks auf. Die in Malawi vorkommen gehören zu einer Unterart-Gruppe, die sich durch einen sehr dunklen Kopf, hellen Bauch und gelbe Unterschwanzfedern auszeichnet [engl. Dark-capped Bulbul]. Wir sahen die Vögel eingentliche „überall“, nur nicht in Nyika und im Liwonde-Gebiet.

??? Während der Reise haben wir den Fischer’s Greenbul (southern Greenbul) (engl. Phyllastrephus fischeri) identifiziert (u.a. Nyika-Plateau), aber ggf. kommt diese Art gar nicht vor. Die Systematik ist bei den Grünbülbüls sehr unübersichtlich, also bleibt die Bestimmung ungewiss. Vielleicht handelte es sich um eine Unterart vom Graubülbül.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Sylviidae (Grasmücken)

Braungrasmücke (Sylvia lugens)

Die meisten auf den „offiziellen“ Malawilisten aufgeführten Grasmückenarten sind in Malawi nur Winterggäste und waren zu unserer Reisezeit (September) noch nicht angekommen. Eine einheimische Art ist die Braungrasmücke (Sylvia lugens) [engl. Brown Warbler oder Brown Parisoma] (13 cm). Sie kommt im östlichen Subsahara-Afrika in mehreren isolierten Populationen (und dementstprechend Unterarten) vor. Es ist ein Vogel der höheren Bergländer, der in offenen Landschaften mit Baumbestand zu Hause ist. Wir konnten die Art in einem Miombe-Biotop auf dem Weg zwischen Nyika und der Chinteche Lodge nachweisen (spontaner Beobachtungsstopp) nachweisen.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Zosteropidae (Brillenvögel, White-eyes)

Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis)

Brillenvögel findet man in fast allen tropischen Regionen der Erde, sie
fehlen nur in in der Neuen Welt. Die kleinen Vögel sind an ihrem weißen Augenring („Brille“) gut zu erkennen (fast alle Arten). In Malawi kommt der Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis) [engl. African Yellow White-eye] (11 cm) vor. Er stellt wenig Ansprüche an sein Habitat, solange Bäume vorhanden sind. Meist findet man ihn im offenen Busch-/Waldland. Er ist als Kulturfolger auch oft in Gärten und Park anzutreffen. Die Vögel „springen“ sehr unruhig zwischen den Blättern herum, wo sie durch ihr grünes Gefieder gut getarnt sind, oft treten sie in kleine bis großen Trupps auf. Wir sahen die Brillenvögel sowohl im Nyika National Park als auch im Mulanje Massiv. Ansonsten ist die Art in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet und nicht selten (viele ähnlich aussehende Unterarten).

 

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Certhiidae (Baumläufer, Tree-creepers)

Afrikastammsteiger (Salpornis salvadori) [engl. African Spotted Creeper] (15 cm), erinnert an „unsere“ Baumläufer, ist aber größer und kräftiger, braun, sowohl unterseits als auch oberseits deutlich gepunktet; typische Art der Miombe-Wälder (und ähnlicher Biotope), eine Beobachtung auf dem Weg zwischen Nyika
und der Chinteche Lodge; kein Foto

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Buphagidae (Madenhacker, Oxpecker)

Rotschnabel-Madenhacker (Buphagus erythrorynchus)

Diese Vogelfamilien umfasst nur zwei Arten, die wie beide auf unserer Reise beobachten konnten. Die Vögel ernähren sich von vornehmlich Insekten und deren Larven, die sie häufig auf großen Säugetieren finden und diese dann sozusagen im Gegenzug von lässigen Parasiten befreien. Ihre Verbreitung ist an das Vorkommen der Säuger gekoppelt. Die beiden Arten sind leicht an der Schnabelfarbe zu unterscheiden:

Gelbschnabel-Madenhacker (Buphagus africanus) [engl. Yellow-billed Oxpecker] (19-22 cm) haben eine gelb-roten Schnabel. Wie sahen sie vor allem im Nyika National Park und auch einmal im Liwonde National Park.

Rotschnabel-Madenhacker (Buphagus erythrorynchus) [engl. Red-billed Oxpecker] (20 cm) haben einen vollständig roten Schnabel. Diese Vögel konnten wir zahlreich im Liwonde National Park beobachten, vornehmlich auf den Rücken der Flusspferde.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Sturnidae (Star, Starlings)

Lappenstar (Buphagus africanus), Schlichtkleid
Lappenstar (Buphagus africanus), männl. Brutzeit; SÜDAFRIKA

Der Lappenstar (Creatophora cinerea) [engl. Wattled Starling] (21 cm) ist ein Vogel der offenen Savannen mit etwas Baumbewuchs und kommt auch im Kulturland vor. Die Männchen sind während der Brutzeit leicht zu erkennen an der gelben und schwarzen nackten Haut, deren Ausdehnung variabel ist. Teilweise hängen auch schwarze Hautlappen herunter. Wir sahen aber nur Vögel im Schlichtkleid im Liwonde National Park. Sie sind im östlichen und südlichen Subsahara-Afrika nicht selten.

Mevesglanzstar (Lamprotornis mevesii mevesii)
Mevesglanzstar (Lamprotornis mevesii mevesii)

Der Mevesglanzstar (Lamprotornis mevesii mevesii) [engl. Meves’s Starling] (34 cm inkl. Schwanz) ist eine Triggerart für die Important Bird Area im Liwonde National Park, wo wir ihn auch beobachten konnten. Er hat einen langen Schwanz und ist überwiegend blau gefärbt, im Sonnenlicht teilweise violett schimmernd. Das Rot am Bauch wie es in einige Bestimmungsbüchern gezeigt wird, ist wohl nicht immer so deutlich ausgeprägt. Hinter dem Auge hat er einen dunklen Fleck, der aber auch je nach den Lichtverhältnissen nicht immer deutlich zu erkennen ist. Das Auge ist dunkel. Sein Habitat sind Baumsavannen mit Baobabs oder auch Mopane-Wälder mit wenig Unterwuchs. Er sucht seine Nahrung – v.a. Insekten – vornehmlich am Boden.

Hinweis: Vögel mit „metallisch“ glänzendem Gefieder sind oft sehr schwierig zu bestimmen, denn die Farben können teilweise extrem variieren – je nach Lichteinfall.

Lappenstar (Buphagus africanus), Schlichtkleid

Der Grünschwanz-Glanzstar (Lamprotornis chalybaeus) [engl. Greater Blue-eared Starling] (21-24 cm) ist blau bis türkis metallisch glänzend. Das Auge ist auffällig gelb und von eine relativ breiten, dunklen Augenbinde umgebeben. Das unterscheidet ihn vom kleineren Messingglanzstar (Lamprotornis chloropterus elisabeth) [engl. Lesser Blue-eared Starling] (18 cm), der eine schmale Augenbinde besitzt. Letzter kommt in Malawi als Unterart „Miombo Messingglanzstar“ (Lamprotornis chloropterus) [engl. Miombo Blue-eared Starling] vor.

Wir konnten nur den Grünschwanz-Glanzstar im Liwonde National Park sichten. Es ist ein Vogel der Baumsavannen, der im östlichen Subsahara-Afrika eher in etwas feuchteren Arealen zu finden ist.

Lappenstar (Buphagus africanus), Schlichtkleid

Der Amethystglanzstar (Cinnyricinclus leucogaster) [engl. Violet-backed Starling] (21-24 cm) ist aufgrund seiner pink bis violetten Farbe unverwechselbar, wobei der „Metallic-Glanz“ je nach Lichteinfall die Farbtönung verändern kann. Im Schatten wirkt der Vogel sehr viel dunkler. Die Weibchens tragen ein ganz anderes Gefieder: oberseits grünlich mit Streifen und unterseits weiß mit Strichel, kein Glanz. Das Habitat der Amethytglanzstare sind offene Wälder, gerne in der Nähe von Flüssen. Man sieht sie auch in Parks und Gärten. Er ist in Subsahara-Afrika nicht selten.

PASSERIFORMES (Sperlingsvögel): Turdidae (Drosseln, Thrushes)

Lappenstar (Buphagus africanus), Schlichtkleid

Aus der Familie der Drosseln konnten wir nur eine Art auf unsere Liste setzen: Die  Rotschnabeldrossel (Turdus libonyana) [engl. Kurrichane Thrush] (21-23 cm) ist oft in Miome-Biotopen anzutreffen, sie geht aber auch in andere „offene“ Lebensräume mit Bäumen und ist auch im Kulturland häufig. Mopane-Wälder meidet sie.  Sie ist vor allen in östlichen Regionen südlich des Äquators anzutreffen. Wir sahen sie im Gebiet der Kumbali-Lodge (Karte) , e ist aufgrund seiner pink bis violetten Farbe unverwechselbar, wobei der „Metallic-Glanz“ je nach Lichteinfall die Farbtönung verändern kann. Im Schatten wirkt der Vogel sehr viel dunkler. Die Weibchens tragen ein ganz anderes Gefieder: oberseits grünlich mit Streifen und unterseits weiß mit Strichel, kein Glanz. Das Habitat der Amethytglanzstare sind offene Wälder, gerne in der Nähe von Flüssen. Man sieht sie auch in Parks und Gärten. Er ist in Subsahara-Afrika nicht selten.