Schreiseeadler im Liwonde National Park – Alle Fotos auf der Seite (wenn nicht anders angegeben) von Ulrike Wizisk

Malawi Vogelliste Teil 3

STRIGIFORMES (Eulen):

Eulen haben wir nur wenige in Malawi entdecken können (keine wirklich guten Beobachtungen, keine Fotos):

Fleckenuhu (Bubo africanus) [engl. Spotted Eagle-owl] (43-50 cm) in Nyika National Park

Blassuhu (Bubo lacteus) [engl. Verreaux’s Eagle-owl] (58-66 cm) in Liwonde National Park

Bindenfischeule (Scotopelia peli) [engl. Pel’s Fishing-owl] (60-64 cm) in Liwonde National Park

ACCIPITRIFORMES (Greifvögel):

Die Ordnung der Greifvögel gliedert sich in Fischadler (einzige Art der Familie Pandionidae), Sekretär (einzige Art der Familie Sagittariidae), Habichtartige (Familie Accipitridae, große Artenvielfalt) und die nur in Amerika vorkommenden Neuweltgeier (Cathartidae). Die Geier der „alten Welt“, also auch die afrikanischen, sind der Familie der Habichtartigen zugeordnet (Unterfamilien Aegypiinae bzw. Gypaetinae). Die Bezeichnung „Geier“ ist also nicht wissenschaftlich, sondern wird in der Feldornithologie (also, wenn man draußen unterwegs ist) für überwiegend aasfressende Greifvögel verwendet.

Die Falken sind werden nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht mehr zu den Greifvögeln gestellt, sondern bilden die eigene Ordnung der Falconiformes. Ist ein Bestimmungsbuch (Feldführer) schon etwas älter ist das ggf. noch nicht berücksichtigt und Greife und Falken werden zusammen abgehandelt.

ACCIPITRIFORMES (Greifvögel): Accipitridae (Habichtartige)

Gleitaar (Elanus caeruleus)

Während der Fahrt von der Kumbali Lodge (bei Lilongwe) zur Luwawa Lodge (etwa 200 km nördlich von Lilongwe) (Karte) konnten wir einen Gleitaar (Elanus caeruleus, Unterfamilie Gleitaare – Elaninae) [engl. Black-winged Kite, nicht mehr Black-shouldered Kite (!)] sichten und dann noch einmal am Malawisee (keine Fotos). Es ist ein kleiner (ca. 30cm), schwarz-weiß-grauer Greif mit roten Augen, der hauptsächlich kleine Nager jagt.

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Kuckucksweih (Aviceda cuculoides) (?)

Der Kuckucksweih (Aviceda cuculoides, Unterfamilie Wespenbussarde – Perninae) [engl. African Cuckoo-hawk] (40 cm) blieb unterwegs noch unbestimmt bzw. fehlbestimmt, weil wir die Bauchseite nicht sehen konnten. Die auf dem Foto deutlich zu erkennende kleine Haube, die Schwanzstreifung und die (aus der Erinnerung) recht geringe Größe machen eine Bestimmung aber relativ sicher. Es handelt sich vermutlich um ein noch nicht erwachsenen Vogel (wegen der weißen Flecken). – Liwonde National Park

Zu verwechseln wäre er ggf. mit dem Bandschlangenadler (Circaetus cinerascens, Unterfamilie Schlangenadler – Circaetinae) [Western Banded Snake-eagle], der aber mit 55-60 cm deutlich größer ist und keine Haube besitzt. Ihn haben wir ansonsten nicht sichten können.

Beide Arten sind in Malawi nachgewiesen. Sie bewohnen bewaldete Gebiete, gerne in der Nähe von Gewässern, wobei der Bandschlangenadler auch in etwas offenere Landschaften geht.

Höhlenweihe (Polyboroides typus), juv.; MALAWI
Höhlenweihe, juv.; SÜDAFRIKA
Höhlenweihe (Polyboroides typus), ad.; MALAWI
Höhlenweihe, ad.; ÄTHIOPIEN - Foto Helmut Wizisk

Die Höhlenweihe (Polyboroides typus), Unterfamilie Weihen – Circinae) [engl. African Harrier-hawk] (60 cm) ist Greif mit langen gelben Beinen, der in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet ist und an sein Habitat wenig Ansprüche stellt, einige Bäume sollten aber vorhanden sein. Seine Nahrung ist ebenfalls vielseitig: kleine Tiere aller Art. Er sucht u.a. seine Beute in Baumhöhlen und anderen Hohlräumen, in dem er erst seinen Kopf hineinsteckt und – wenn er etwas entdeckt hat – dann mit einem Bein danach stochert. Seine Füße sind äußerst gelenkig. Erwachsene Vögel sind grau-schwarz befiedert und haben ein gelbliches (je nach Stimmung (!) auch rötliches), „nacktes Gesicht“. Die Jungvögel sind braun. – Liwonde National Park

Nur auf dem ersten Blick könnte man die Höhlenweihe ggf. verwechseln dem Graubürzel-Singhabicht (Melierax metabates, Unterfamilie Singhabichte – Melieraxinae) [Dark Chanting-goshawk] (42-50 cm). Seine langen Beine sind aber rot und auch die nackte Haut im Gesicht ist deutlich rot. Wie hatten Sichtungen dieser Art in der Nähe vom Dzalanyama Forest und im Liwonde National Park.

 

Palmgeier (Gypohierax angolensis), juv.; MALAWI
Palmgeier (Gypohierax angolensis), ad., MALAWI
Höhlenweihe (Polyboroides typus), subad.; SÜDAFRIKA

Der Palmgeier (Gypohierax angolensis), Unterfamilie Gypaetinae) [engl. Palm-nut Vulture] (57-65 cm) ist kein „typischer Geier“, denn er ernährt sich vornehmlich von Palmfrüchten, dazu frißt er lebende Kleintiere und auch Aas. Die Altvögel sind mit ihrem schwarz-weißem Gefieder und der kräftig roten nackten Haut am Kopf unverwechselbar und leicht zu bestimmen, auch im Flugbild. Bei den braunen Jungvögeln fällt der kräftige Schnabel und die nackte Haut im Gesicht auf. – Unsere Beobachtungen: Zomba Plateau, Mulanje Massiv, Liwonde National Park

 

Einfarb-Schlangenadler (Circaetus cinereus); SÜDAFRIKA
Einfarb-Schlangenadler (Circaetus cinereus); SÜDAFRIKA
Schwarzbrust-Schlangenadler (Circaetus pectoralis), SÜDAFRIKA
Schwarzbrust-Schlangenadler (Circaetus pectoralis), NAMIBIA

Aus der Unterfamilie der Schlangenadler (Circaetinae) konnten wir zwei Vertreter auf unsere Beobachtungsliste setzen: Der Einfarb-Schlangenadler (Circaetus cinereus)[engl.Brown Snake-eagle] (71-78 cm) ist ein einheitlich brauner Greif mit einem großen Kopf. Er ist in Afrika südlich der Sahara ein häufiger Vogel, der in vielen – vornehmlich eher trockenen – Biotopen zuhause ist. Wie auch die anderen Schlangenadler, jagt er vornehmlich Schlagen und andere Reptilien. Wir sahen ihn im Gebiet des Dzalanyama Forest und im Liwonde National Park. Seinen engen Verwandten, den Schwarzbrust-Schlangenadler (Circaetus pectoralis) [engl. Black-chested Snake-eagle] (63-71cm) sichten wir nur einmal im Liwonde National Park. Er bevorzugt offene Landschaften mit nicht zu dichtem Baumbewuchs. Von den letzteren beiden Arten gibt es keine Fotos von dieser Reise.

Weißrückengeier (Gyps africanus); MALAWI
Weißrückengeier (Gyps africanus); SÜDAFRIKA
Ohrengeier (Torgos tracheliotus); SÜDAFRIKA

In einem hoch am Himmel kreisenden Schwarm („typischer“) Geier im Liwonde National Park konnten wir zwei Arten der Unterfamilie Altweltgeier (Aegypiinae) idenitifizieren:  Wollkopfgeier (Trigonoceps occipitalis) [White-headed Vulture] (71-85 cm) und Weißrückengeier (Gyps africanus) [engl. White-backed Vulture] (94 cm). Es sind beide ausschließlich Aasfresser, die sich in großen Gruppen an Kadavern versammeln. Kopf und Hals sind unbefiedert oder nur mit kurzen Federn bedeckt, was ein Verkleben beim Fressen verhindert. Der Wollkopfgeier hat einen roten, nackten Kopf mit auffallend hellen „wolligen“ Federn auf der Kappe (kein Foto).

Ebenfalls in diese Unterfamilie gehört der Ohrengeier (Torgos tracheliotus) [engl. White-backed Vulture] (115 cm, groß!), den wir am Malawisee nachweisen konnten.

Die Bestände dieser drei Geierarten sind stark gefährdet: Das in der Tiermedizin eingesetzte Diclofenac wird von den Vögeln (z.B. beim Fressen an Haustier-Kadavern) aufgenommen und wirkt tötlich.

 

Kampfadler (Polemaetus bellicosus); SÜDAFRIKA
Schopfadler (Lophaetus occipitalis)
Schopfadler (Lophaetus occipitalis): UGANDA

Die Bezeichung „Adler“ ist auch nur ein „Feldbegriff“, und man meint damit große, kräftige Greife, die im Flugbild meist deutliche „Federfinger“ zeigen. Doch sehr brauchbar ist diese Abgrenzung nicht, zumal auch viele kleine Arten „Adler“als Teil ihres „offiziellen“ Namens tragen. Die meisten „tyischen“ Adler findet man in der Unterfamilie Aquilinae:

Der Kampfadler (Polemaetus bellicosus) [engl. Martial Eagle] (71-96 cm)  ist einer der größten „Adler“ Afrikas und lebt in trockenen, offenen Landschaften mit etwas Baumbwuchs; eine Sichtung im Liwonde National Park.

Den Schopfadler (Lophaetus occipitalis) [engl. Long-crested Eagle] (50-58 cm, relativ klein!). Ihn erkennt man leicht an seine eindrucksvollen Krone. Ihn findet man in lichten Wäldern. Wir sahen ihn im Mulanje Massiv.

Einen Savannenadler (Aquila rapax) [engl. Tawny Eagle] (60-75 cm) sichteten wir im Gebiet des Dzalanyama Forest; kein Foto. Es ist ein großer, meist (hell-)brauner Adler, der nicht leicht vom Steppenadler (Aquila rapax) [engl. Steppe Eagle] (60-81 cm) und vom Schreiadler (Clanga pomarina) [engl. Lesser Spotted Eagle] (55-57 cm) zu unterscheiden ist (Bestimmungsbuch + Erfahrung). Letztere sind in Afrika nur Wintergaste; keine Sichtung während unserer Reise im September.

Den Afrikanischer Habichtsadler (Aquila spilogaster) [engl. African Hawk-eagle] (55-61 cm, relativ klein!) sahen wir im Mulanje Massiv und im Liwonde National Park. Sein Habitat ist das offene, trockene Land mit lichtem Baumbewuchs.

Afrikanischer Habichtsadler (Aquila spilogaster)
Afrikanischer Habichtsadler (Aquila spilogaster), juv.

Den Afrikanischer Habichtsadler (Aquila spilogaster) [engl. African Hawk-eagle] (55-61 cm, relativ klein!) sahen wir im Mulanje Massiv und im Liwonde National Park. Sein Habitat ist das offene, trockene Land mit lichtem Baumbewuchs. Er hat ein weites Verbreitungsgebiet in Afrika südlich der Sahara, fehlt aber teilweise im Westen und im Süden.

Zwergadler (Hieraaetus pennatus), dunkle Morphe
Zwergadler (Hieraaetus pennatus), helle Morphe

Den Zwergadler (Hieraaetus pennatus, ebenfalls Unterfamilie Aquilinae) [engl. Booted Eagle] (55-61 cm, relativ klein!) gibt es in zwei Morphen. Die hellen, schwarz-weiße Vögel sind v.a. im Flugbild ziemlich einfach zu bestimmen. Bei der dunkle Variante muss man schon etwas genauer hinschauen. Typisch für diese Art sind die bis unten befiederten Beine (gibt es aber auch bei anderen Greifen). Wir konnten beide Morphen im Liwonde National Park identifizieren.

Die Brutgebiete der Zwergadler liegen in Eurasien, in Afrika sind es überwiegend Wintergäste. Nur im südlichen Südafrika sind sie Standvögel.

 

Sperberbussard (Kaupifalco monogrammicus); SÜDAFRIKA
Augurbussard (Buteo augur); UGANDA
Augurbussard (Buteo augur), immatur; UGANDA

Die Unterfamilie Bussardartige (Buteoninae) umfasst eher kleiner Greife mit relativ kleinen Schnäbeln und Füßen/Krallen. Viele habe nur kurzen, rundlichen Schwänze und breite Flügel.

Der Sperberbussard (Kaupifalco monogrammicus, Unterfamilie Bussardartige – Buteoninae) [engl. Lizard Buzzard] (30-37 cm; klein!) erinnert – wie sein deutscher Name schon andeutet – mit seinem grauen Gefieder und der gebänderten Brust an eine Sperber (bz. Habicht). Auffallend sind seine roten Beine und der rote „Schabelansatz“. Sein Habitat sind feuchte, lichte Wälder, oft entlang von Flüssen, in der Regenzeit auch in angrenzenden Baumsavannen; auch im Kulturland. Er jagt von einem Ansitz aus nach Insekten, Echsen und anderem Kleingetier am Boden. In entsprechenden Biotopen in Afrika südlich der Sahara beheimatet, fehlt aber im Süden. Wir sahen in bei der Kumbali Lodge (Karte) und auf dem Weg nach Norden (zum Nyika National Park); kein Foto auf dieser Reise.

Der Augurbussard (Buteo augur) [engl. Augur Buzzard] (48-55 cm) ist ein recht großer Bussard mit einem großen Kopf, ziemlich breiten Flügeln und kurzem, rötlichem Schwanz.  Die Oberseite ist überwieged dunkelgrau bis schwarz, die Unterseite ist hell (auch die Flügelunterseiten). Es gibt aber auch eine Morphe mit dunkler Unterseite und selten auch eine vollständig dunkle Vögel. Augurbussarde sind überwiegend im höheren Bergland zu finden, oft in den afroalpinen Biotopen. Wir hatten eine Sichtung im Nyika National Park.

Froschweihe (Circus ranivorus)

Die Froschweihe (Circus ranivorus, Unterfamilie Weihen – Circinae) [engl. African Marsh-harrier] hält sich gerne in der Nähe der Gewässer auf, aber auch im benachbarten Grasland. Es ist ein im östlichen und südlichen Afrika weit verbreiteter Greif, der auch noch in großen Höhen vorkommt. Es ist ein Standvogel, der aber die kalten Berge im Winter verlässt und in angenehmere tiefere Lagen ausweicht. – Eine Sichtung im Nyika National Park.

Die folgenden Arten der Gattung Accipiter gehören alle zur Unterfamilie Accipitrinae (Habichte und Sperber):

Der Tachiro- oder Afrikahabicht (Accipiter tachiro) [engl. African Goshawk] (38-46 cm) ähnelt „unserem“ (europäischen) Habicht. Er jagt vornehmlich nach Vögeln, nimmt aber auch andere Kleintiere. Es gibt aber auch eine dunkle Morphe. Sein Beine sind gelb. Er liebt dichte Vegetation: feuchte Wälder aller Art. Sein Haupt-Verbreitungsgebiet reicht von Eritrea/Äthiopien entlang des Riftvalleys (und angrenzender Regionen) bis nach Südafrika; eine Sichtung im Liwonde National Park, kein Foto.

Der Schikrasperber (Accipiter badius) [engl. Shikra] (28-30 cm; klein!) ist „unserem“ (europäischen) Sperber ähnlich. Auch er jagt nach Vögel, doch lauert er auch von einem Ansitz aus auf Insekten und allerlei Kleingetier am Boden. Er ist in großen Teilen Afrikas südlich der Sahara ein Standvogel und bevorzugt bewaldete, eher trockene Biotope; eine Sichtung im Mulanje Massiv; kein Foto

Der Rotbauchsperber (Accipiter rufiventris) [engl. Rufous-breasted Sparrowhawk] (29–36 cm) zeichnet sich durch einen intensiv rötlich-braunen Bauch aus. Er ist nur sehr lokal Afrika verbreitet und hat einige von einander getrennte Vorkommen in Malawi. Es ist ein Vogel des höheren Berglandes und so hatten wir eine Sichtung auf dem Nyika-Plateau, kein Foto.

 

Afrikanischer Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer)
Afrikanischer Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer)

Der Afrikanische Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer, Unterfamilie Haliaeetinae) [engl. African African Fish-eagle] (63-75 cm)  ist in Afrika südlich der Sahara an (größeren) Gewässern allgegenwärtig, wo man immer auch ihre Rufe hört. Der Schreisseadler ernährt sich vornehmlich von Fischen, die oft mehrere Kilogramm schwer sind. Man Wir sahen sie in großer Zahl am Shire-Fluss im Liwonde National Park und auch am Malawisee.

Afrikanischer Habichtsadler (Aquila spilogaster)

Der Schwarzmilan (Milvus migrans, Unterfamilie Milane – Milvinae) [engl. Black Kite] (44-66 cm) ist mit mehreren Unterarten fast überall in der alten Welt und in Australien vertreten. Typisch ist der gegabelte Schwanz. Die Nominatform Milvus migans migrans, die auch bei uns in Mitteleuropa beheimatet ist, ist in Afrika Wintergast. Standvögel in auf dem afrikanischen Kontinent sind die Unterarten aegyptius und parasiticus. Aufgrund von DNA-Untersuchungen werden diese (fast immer) gelbschnäbeligen (!) Vögel von vielen Autoren als eigenständige Art eingestuft: Schmarotzermilan (Milvus aegyptius) [engl. Yellow-billed Kite] – und diese dann mit den Unterarten Milvus aegyptius aegyptius und Milvus aegyptius parasitus. Beide Unterarten sind kleiner als die europäischen Schwarzmilane. In Malawi Brutvogel/Standvogel ist Milvus aegyptius parasitus, der immer einen gelben Schnabel und einen deutlichen zimt-rötlichen Bauch hat. Bei der M. ae. aegyptius kann der Schnabel auch gelegentlich dunkel sein, was dann eine Bestimmung erschwert. Man beachte, dass auch die afrikanischen Schwarzmilan innerhalb des Kontinents außerhalb der Brutzeit „herumziehen“. Theoretisch sind in Malawi also alle beschriebenen Arten/Unterarten möglich. Wir sahen während unserer Reise nur gelbschnäbelige Schmarotzermilane, z.B. am Malawisee und Liwonde National Park und auch am Malawisee.

Man findet Schwarzmilane in sehr verschiedenen Lebensräumen, meist in der Nähe von Gewässern, in denen er durchaus häufig Fische fängt. Ansonsten ist sein Speiseplan sehr variabel: alle Arten von Kleingetier und oft auch Aas.

 

COLIIFORMES: Coliidae (Mausvögel, Mousebirds)

Braunflügel-Mausvogel (Colius striatus)

Den Braunflügel-Mausvogel (Colius striatus) [engl. Speckled Mousebird] (29-30 cm inkl. langem Schwanz) findet man in Malawi eigentlich überall, wo es Bäume mit grünem Laub gibt, gerne auch in Parks und Gärten, und so sahen wir die Vögel fast immer in der Umgebung unserer Unterkünfte (Kumbali Lodge, Luwawa Lodge, Chinteche Inn, Chelinda Camp; Karte). Die Art fehlt aber in dichten, geschlossenen Wälder und in trockenen Gebieten. Auf seinem Speiseplan stehen allerlei Pflanzenteile, sogar Blätter. Sie bewegen sich dabei oft wie kleine Nager im Geäst (deshalb der Name „Mausvogel“). Man sieht sie nur sehr selten am Boden. Im Afrika südlich der Sahara recht weit verbreitet und nicht selten.

Vom Rotzügel-Mausvogel (Urocolius indicus) [engl. Red-faced Mousebird] (27-37 cm inkl. sehr langem Schwanz). Er ist grau mit einer etwas rötlichen Brust und einem leuchted orangenen, nackten Gesicht; kein Foto. Er tritt eher trockenen Biotopen auf, z.B. in der Baumsavanne und Buschland. aber auch in Galeriewäldern und in Gärten und Park. Wir hatten eine Sichtung im Liwonde National Park. Das Verbreitungsgebiet ist das südliche Afrika; nicht selten. Auch diese Vögel ernähren sich von Pflanzenteilen inkl. Blätter.

 

TROGONIFORMES: Trogonidae (Trogone, Trogons and Quetzal)

Bergtrogon (Apaloderma vittatum)

Trogone sind Vögel der tropischen Wälder und fast überall durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet.

Der Bergtrogon (Apaloderma vittatum) [engl. Bar-tailed Trogon] ist in den kühlen Bergwäldern des östlichen Afrikas beheimatet, aber auch in Teilen Nigerias; Unterart vittatum
in Malawi. Sein Habitat besteht in der Regel nur aus bis 20 m hohen Bäumen. Der etwa 30 cm große Vogel sucht in den Baumkronen nach Insekten und deren Larven.

Der Bergtrogon ist eine Birdlife Trigger Species für die Important Bird Areas Nyika Plateau und Mulanje Massif. Wir konnten einen dieser Vögel in einem kleinen Wäldchen im Nyika National Park entdecken.

BUCEROTIFORMES (Hornvögel und Hopfe): Bucerotidae (Nashornvögel, Hornbills)

Arten aus der Familie der Nashornvögel sind an ihren mächtigen Schnäbeln leicht zu erkennen, zudem sind sie in der Mehrzahl recht groß. Die Identifizierung der einzelnen Spezies ist dann aber nicht ganz so einfach, weil es einige ähnlich aussehende gibt. Man sollte – wie immer – also einen genauen Blick in ein Bestimmungsbuch werfen und dabei auch auf die Unterschiede bei den Geschlechtern achten. Spektakulär ist das Brutverhalten der Hornvögel. Das Weibchen legt seine Eier in eine große Baumhöhle, die die Vögel dann „zumauern“, so dass sie nur noch ihren Schnabel herausstrecken kann. Der männliche Vogel versorgt dann sowohl die Jungen als auch die Mutter – teilweise über mehrere Monate.

Trompeterhornvogel (Lophoceros alboterminatus) epirhinus
Grautoko (Lophoceros nasutus epirhinus)
Südlicher Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas); SÜDAFRIKA
Kronentoko (Lophoceros alboterminatus); SÜDAFRIKA

Der Trompeterhornvogel (Bycanistes bucinator) [engl. Trumpeter Hornbill] (50-55 cm) ist ein typischer Hornvogel mittlerer Größe mit einem mächtigen Schnabel, der oben noch einen Wulst hat, wobei der des Weibchens etwas kleiner ist. Die Vögel leben vor allem in immergrünen Wäldern, gerne in Galeriewäldern entlang von großen Flüssen, und so hatten wir unsere Beobachtung am Shire im Liwonde National Park. Oft verrät der Trompeterhornvogel seine Anwesenheit durch seinen lauten, nasalen Ruf.

Die Arten der Gattung Tockus zeichnen sich durch nicht ganz so kräfige Schnäbel ohne Wulst aus. Wir sahen den Grautocko (Lophoceros nasutus epirhinus) [engl. African Grey Hornbill] (45-50 cm) sowohl am Malawisee als auch im Liwonde National Park. Er ist an Kopf und Hals dunkelgrau, ansonsten eher braun und auf der Unterseite hell. Es gibt ein ähnliche Art, den Blassschnabeltoko (Tockus pallidirostris) [engl. Pale-billed Hornbill] (50 cm), der aber im ganzen farbloser ist, vor allem der Schnabel. Er hat am kopf auch keinen so deutlichen hellen Streifen wie der Grautoko. Den Grautoko sahen wir am Malawisee und im Liwonde National Park gesehen. Er ist ein Vogel des offenen, trockenen Landes, benötigt aber Bäume in seinem Revier. Er ernährt sich pflanzlich, jagt aber auch Kleintiere und hält sich öfter mal am Boden auf. Der Blassschnabeltocko ist ein Bewohner der trockenen Miombowälder, man sieht ihn weniger im offenen Land (unsere Sichtung: Dzalanyama Forest).

Der Kronentocko (Lophoceros alboterminatus) [Crowned Hornbill] (50 cm) ist relativ dunkel gefärbt mit einem roten Schnabel. Sein Habitat sind eher dichte Wälder in weniger trockenen Regionen. Er hält sich meist in den Baumkronen auf, wo nach Früchten und Kleintieren sucht. Sichtungen: Kumbali Lodge (Karte).

Im Liwonde National Park konnten wir den Südl. Rotschnabeltoko (Tockus rufirostris) [Southern Red-billed Hornbill] (35 cm, relativ klein) identifizieren. Er ist oft in offenen, trockenen Landschaften auch ohne viel Baum- und Buschbewuchs zuhause, in Malawi häufig in den lichten Mopane-Wäldern. Er ernährt sich überwiegend von Kleintieren, weniger von Früchten.

Kaffernhornrabe (Bucorvus leadbeateri), männl.
Kaffernhornrabe (Bucorvus leadbeateri), weibl.
Kaffernhornrabe (Bucorvus leadbeateri), Jungvogel im Anflug

Schon wegen seiner Größe von knapp 1 m ist der „Südliche Hornrabe“ (Bucorvus leadbeateri) [engl. Southern Ground-hornbill] eine imposante Erscheinung. Leider heißt der Vogel in Deutsch immer noch offiziell „Kaffernhornrabe„, obwohl das Wort „Kaffer“ ein diskriminierendes Schimpfwort für die schwarze Bevölkerung ist und z.B. in Südafrika verboten ist. Das Gefieder ist fast vollständig schwarz, nur die Handschwingenfedern sind weiß, was vor allem bei fliegenden Vögeln auffällt. Im Gesicht und als aufblasbaren Kehlsack tragen die Vögel viel rote nackte Haut. Bei den weiblichen Tieren ist die Kehle teilweise blau. Die Jungvögel sind allgemein blasser und brauner.

Der Lebensraum des Südlichen Hornraben ist offenes Wald- und Buschland. Auch in Savannen kommt er vor, es sollten aber wenigstens einige Bäume/Büsche vorhanden sein. Er ernährt sich vor allem von Gliederfüßern, die er am Boden sucht, nimmt aber auch alle möglichen anderen Kleintiere. Man sieht die Vögel auch an verwesenden Kadavern, wo sich eine Menge Maden tummeln. Wir hatten eine solche Beobachtung im Mopane Wald im Liwonde National Park. Die Vögel sind in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet, aber stark durch die Zerstörung ihres Lebensraums gefährdet; sie tolerieren die Nähe des Menschen nur sehr bedingt. Ihr Bestand geht in vielen Gebieten deutlich zurück.

BUCEROTIFORMES (Hornvögel und Hopfe): Upupidae (Wiedehopfe, Hoopoes)

Afrik. Wiedehopf (Upopa [upopa] africana)

Die Afrikanische Wiedehopf (Upupa [upopa] africana) [engl. African Hoopoe] ähnelt im Aussehen und Verhalten dem seines europäischen Verwandten. Er wird in der Wissenschaft teilweise als Unterart, teilweise eigenständige Art angesehen. Das Gefieder der Afrikaner ist dunkeler rotbraun mit mehr Weiß an den Flügel, aber ohne Weiß auf der Haube. Wir sahen diese Vögel im Umkreis der Kumbali Lodge (Karte) und  im Liwonde National Park.

 

CORACIIFORMES (Rackenvögel): Meropidae (Bienenfresser, Bee-eaters)

Madagaskarspint (Merops superciliosus)
Böhmspint (Merops boehmi)
Zwergspint (Merops pusillus)

Die meisten Arten der Familie der Bienenfresser bzw. Spinte gehören der Gattung Merops an, wie der auch in Deutschland vorkommende Bienenfresser (Merops apiaster) [engl. European Bee-eater], der in Malawi als Zugvogel auftreten kann (keine Sichtung während unserer Reise). Alle Merops-Arten sind bunte Vögel mit langen Schnäbeln und langen Schwänzen. Sie jagen im Flug nach Insekten. Die meisten Arten sind Bewohner offener Landschaften.

Einen Madagaskarspint (Merops superciliosus) [engl. Olive Bee-eater] (groß: 31 cm + 7 cm langer spitzer „Schwanzverlängerung“) konnten wir am Fuße des Nyika Plateaus sichten. Er kommt nämlich nicht nur auf der großen Insel von, sondern auch auf dem Festland, vor allem in den im östlichen Regionen.

Der recht kleine Böhmspint (Merops boehmi) [engl. Böhm’s Bee-eater] (15 cm + 7 cm langer spitzer „Schwanzverlängerung“) hat nur ein relativ kleines Verbreitungsgebiet im Malawi und Tansania und einigen angrenzenden Regionen, sowie davon isoliert in Sambia und angrenzenden Gebieten der DR Kongo. Er mag etwas bewaldete Biotope in Gewässernähe. Es ist eine Triggerart für die Important Bird Area Liwonde National Park, wo sich immer einige Vögel in der Nähe des Mvuu Camps (unserer Unterkunft, Karte) aufhielten.

Der kleinste aller Bienenfresser, der Zwergspint (Merops pusillus) [engl. Little Bee-eater] (16–17 cm) ist in Subsahara-Afrika weit verbreitet und oft zu sehen, fehlt u.a. weiten Teilen Namibias und Südafrikas). Er mag offene Grasländer; ihm reichen auch etwas höhere, kräftige Halme als Sitzwarten. Selten hält er sich in Gebieten abseits von Gewässern auf. Wir konnten diese Vögel im Liwonde National Park beobachten. Dort sahen wir auch einen Schwalbenschwanzspint (Merops hirundineus) [engl. Swallow-tailed Bee-eater] (16–17 cm), den man an seinem gegabeltem Schwanz erkennen kann; kein Foto)

CORACIIFORMES (Rackenvögel): Coraciidae (Racken, Rollers)

Gabelracke (Coracias caudatus)

Die Gabelracke (Coracias caudatus) [engl. Lilac-breasted Roller]
(23 cm) ist ein Vogel der Baumsavannen und ählicher offenen Landstriche. Sie in im östlichen und südlichen Afrika in den entsprechenden Bioptopen weit verbreitet und nicht selten. Sie ernährt sich von großen Insekten, die sie vorher von einen Ansitz aus erspäht. Es ist die einzige Rackenart, die wir während unserer Tour beobachten konnten, u.a. im  Liwonde National Park, für den sie auch eine Triggerart ist (Important Bird Area).

 

CORACIIFORMES (Rackenvögel): Alcedinidae (Eisvögel, Kingfisher)

Vögel der Familie der Eisvögel können auch ornitholische Laien meist recht einfach zuordnen, obwohl sie in Größe und Gefiederfarbe stark variieren. Aber der relativ zur Körpergröße sehr große, kräftige Schnabel, die kurzen Beine, das überwiegend bunte, oft schillernde Federkleid und die Tatsache, dass sie gerne recht frei in aufrechter Haltung auf einem Ansitz ausharren, macht eine erste Identifizierung relativ leicht. Bei der Bestimmung der einzelnen Arten muss man aber auf ähnlich aussehende achten.

Viele Eisvögel ernähren sich von Fischen und anderen Wasserlebewesen, denen sie von einem Ansitz (z.B. einem Ast oberhalb eines Gewässers) auflauern und sich dann im Sturzflug darauf stürzen, dabei auch ganz untertauchen. Ein Rüttelflug über dem Wasser zum Aufspüren der Beute ist eine weitere Variante der Jagd. Die Baum-Eisvögel oder Lieste leben oft vom Wasser unabhängig in trockeneren Gegenden und stürzen sich auf am Boden lebende große Insekten und andere Kleintiere.

Kobalteisvogel (Alcedo semitorquata)
Haubenzwergfischer (Corythornis cristatus)

Kobalteisvogel (Alcedo semitorquata) [engl. Lilac-Half-collared Kingfisher] (18 cm) und Haubenzwergfischer (Corythornis cristatus) [engl. Malachite Kingfisher] (14 cm) sind zwei kleine Eisvogelarten. Den Kobalteisvogel findet man vornehmlich an kleinen Fließgewässsern, unsere Beobachtung: kleiner Bachlauf an der Zufahrt zur Luwawa Lodge (Karte). Er ist in mehreren von einander getrennten Populationen in Ost- und Subsahara-Afrika verbreitet. Der Haubenzwergfischer ist in Afrika südlich der Sahara allgegenwärtig. Man findet ihn in an Süßgewässern aller Art. Wir sahen ihn zahlreich entlang des Shire im Liwonde National Park.

Riesenfischer (Megaceryle maxima)
Graufischer (Ceryle rudis rudis), weibl.
Graufischer (Ceryle rudis rudis), weibl.

Der Riesenfischer (Megaceryle maxima) [engl. Giant Kingfisher] (42-46 cm) ist Afrikas größter Eisvogel. Man findet ihn fast überall südlich der Sahara in nicht zu trockenen Regionen. Er lebt in Wassernähe, denn seine Hauptbeute sind Fische, die er von einem Ansitz aus jagt. Wir konnten diese Vögel an dem kleinen Stauteich beim Chelinda Camp im Nyika National Park beobachten, ansonsten im Mulanje-Gebiet und im Liwonde National Park. Die weiblichen Tiere sind im unteren Bauchbereich rotbraun gefärbt, die männlichen an der Brust.

Den Graufischer (Ceryle rudis rudis) [engl. Pied Kingfisher] (14 cm) findet man zahlreich in Afrika südlich der Sahara, entlang des Nils und auch in Asien (teilweise andere Unterarten). Bei der Wahl der Gewässer ist er wenig wählerisch, Bäume zum Ansitzen sollten vorhanden sein. Die Vögel sind gesellig, man sieht oft ganze Gruppen zusammen im Geäst. Sie jagen oft in dem sie ausdauernd über der Wasserfläche rütteln (wie Falken) und dann hinunterstürzen. Wir sahen Graufischer am Malawisee und im Liwonde National Park. Die weiblichen Vögel haben nur ein dunkles Brustband, das meist unterbrochen ist. Bei den männlichen ist das Brustband weniger unterbrochen und darunter befindet sich noch ein zweites schmaleres.

Braunkopfliest (Halcyon albiventris orientalis)
Braunkopfliest (Halcyon albiventris orientalis)
Graukopfliest (Halcyon leucocephala); UGANDA
Senegalliest Halcyon senegalensis; SÜDAFRIKA
Streifenliest (Halcyon chelicuti)

Die Eisvögel der Gattung Halcyon werden als „Lieste“ bezeichnet und gehören zu den Arten, die weniger wasserbezogen leben und sich von Gliederfüßern ernähren. Es gibt in Malawi mehrere Halycon-Arten mit blau-schwarzen Rücken/Flügeln, so dass Verwechslunggefahr droht; deshalb hier ein paar Worte mehr zur Identifikation. Das Blau aller dieser Arten wechselt je nach Lichteinfall auch ins Türkis.

Der Braunkopfliest (Halcyon albiventris) [engl. Brown-hooded Kingfisher] (22 cm) hat einen bräunlichen gestrichtelten Kopf und ist auch auf der hellen Unterseite leicht gestrichelt. Vor allem das Männchen ist auf der Unterseite leicht rotbraun. Die Iris schimmert – je nach Lichteinfall – rötlich bis braunlich. Der Schnabel ist rot. Wir konnten diese Art im Liwonde National Park identifizieren. Er kommt vor allem im östlichen Afrika südlich der Sahara vor (teilweise intra-afrikanischer Zugvogel) und ist ein Vogel der offenen Wälder und des Buschlands, geht aber auch ins Kulturland; oft recht weit vom Gewässern entfernt.

Der Graukopfliest (Halcyon leucocephala) [engl. Grey-headed Kingfisher] (22 cm) kann man nicht immer ganz so leicht vom Braunkopfliest unterscheiden, wie es die Abbildungen in den Feldführern und so manches „ideale“ Foto glauben machen, denn sein Kopf kann auch mal bräunlicher erscheinen (v.a. bei der Mauser aus dem Jugendkleid). Das Grau vom Kopf zieht sich bei ihm weiter zum Rücken, aber das kann bei einige Sitzhaltungen täuschen. Auf jeden Fall ist ein Graukopfliest nicht gestrichelt und am unterem Bauch bis zu den Unterschwanzdecken kräftig rotbraun. Eine Sichtung im Liwonde National Park ; von dort kein Foto. Die Art ist in Afrika südlich der Sahara weitverbreitet fehlt aber im Süden (teilweise  intra-afrikanischer Zugvogel). Sein Habitat sind dichteres Buschland und Wälder, auch im Kulturland; gerne, aber nicht zwingend in Wassernähe.

Der Senegalliest (Halcyon senegalensis) [engl. Woodland Kingfisher] (23 cm) ist in Subsahara-Afrika, fehlt aber im Süden (teilweise intra-afrikanischer Zugvogel). Die Arten im Süden des Verbeitungsgebietet haben blaue Farbe auch am Kopf, bei den nördlichen ist er grau, wie auch die Unterseite. Sein Gefieder ist nicht gestrichelt und sein unterer Schnabel ist dunkel. Es könnte sein, dass in Malawi mehrere Unterarten auftreten. Habitat: offenere Wälder, Buschland, Kulturland, gerne in Wassernähe. Keine Sichtung auf dieser Reise.

Der Streifenliest (Halcyon chelicuti chelicuti) [engl. Striped Kingfisher] (17cm) ist relativ klein. Die in Malawi vorkommenden Vögel haben einen dunklen Kopf. Der obere Schnabel ist dunkel. Die helle Unterseite ist gestrichelt. Auch er ist Afrika südlich der Sahara weit verbreitet, fehlt aber im Süden. Er liebt das offene Land mit nur wenig Baumwuchs in teilweise recht trockenen Gebieteten, auch im Kulturland; Nahrung sind Gliederfüßer. Wir sahen die Vögel im Garten der Lodge am Malawisee und auch im Liwonde National Park.

PICIFORMES (Spechtvögel): Afrikanische Bartvögel (Lybiidae)

Bartvögel bekamen ihren Namen aufgrund von haarähnlichen Federn am Schnabelgrund – bei den unterschiedlichen Arten mal mehr oder wenig deutlich ausgeprägt. Früher fasste man die amerikanischen, asiatischen und afrikanischen Arten systematisch zusammen, heute bilden sie jeweils eine eigene Familie innerhalb der Ordnung der Spechtvögel. Ihr Vorkommen ist an das Vorhandensein von Bäumen gebunden, in denen sie in überwiegend selbst gezimmerten Höhlen brüten. Afrikanische Bartvögel sind teilweise sehr auffällige gefärbt; wir konnten aber nur Arten mit „dezenterem“ Federkleid auf unsere Beobachtungsliste setzen. Sie ernähren sich von Früchten und Insekten, die sie in den Baumkronen, aber auch am Boden suchen. Ihre Größe variiert von ca. 10 bis 25 cm. Viele Arten haben einen sehr kräftigen Schnabel.

Weißohr-Bartvogel (Stactolaema leucotis leucotis)
Gelbstirn-Bartvogel (Pogoniulus chrysoconus); SÜDAFRIKA, ggf. andere Unterart als in Malawi
"Zomba"-Halsband-Bartvogel (Lybius torquatus zombae)

Bartvögel sind als überwiegende Baumkronenbewohner oft schwierig zu entdecken. Ungünstig für die Beobachtungssituation in Malawi ist, dass Waldgebiete nur in Resten erhalten sind. Deshalb ist unsere Ausbeute etwas mager:

Der Weißohr-Bartvogel (Stactolaema leucotis) [engl. White-eared Barbet] (18 cm) hat ein überwiegend dunkelbraunes Gefieder. Ein gutes Erkennungmerkmal ist die weiße Zeichnung am Kopf (das namengebende „Ohr“). Die Art ist mit mehreren Unterarten nur sehr lokal – grob gesehen – entlang des Großen Grabenbruchs verbreitet, vornehmlich in höheren Bergländern, kommt aber auch an der östlichen Küste Südafrikas von. In Malawi ist sein Verbreitungsgebiet wohl an Feigenbäume gebunden. Unsere Beobachtungen: Zomba Plateau.

Der Gelbstirn-Bartvogel (Pogoniulus chrysoconus) [engl. Eastern Green Tinkerbird] ist mit 10-12 cm recht klein und hat keinen so mächtigen Schnabel. Auffallend ist seine gelbe Stirn. Ihn findet man in weiten Regionen südlich der Sahara, er fehlt aber auch in großen Gebieten um den Äquator, im Osten und im Süden. Sein Lebensraum ist offenes Waldland, aber auch Buschland ohne große Bäume. Eine Sichtung im Dzalanyama Forest.

Etwas Besonderes war die Beobachtung des „Zomba“-Halsband-Bartvogels (Lybius torquatus zombae) [engl. Black-collared Barbet] (17 – 19 cm). Diese Unterart ist nicht wie die anderen Halsband-Bartvögel am Kopf und Kehle leuchtend rot sondern fleckig weiß. Auffallend ist nur das schwarze „Halsband“. Sie kommt nur in Teilen von Tanzania, Malawi und Mosambik vor; wie sahen sie im Zomba– und Mulanje-Gebiet.

PICIFORMES (Spechtvögel): Indicatoridae (Honiganzeiger, Honeyguides)

Honiganzeiger sind Vögel der Wälder mit unscheinbaren Tarngefieder. Sie fressen neben Insekten und anderen Gliedertieren auch Bienenwachs. Es sind Brutparasiten, die ihre Eier in fremde Nester legen. Wir hatten nur eine Sichtung im Gebiet der Kumbali Lodge (Karte):  Graubauch-Laubpicker (Prodotiscus zambesiae) [Green-backed Honeybird]

PICIFORMES (Spechtvögel): Picidae (Spechte, Woodpeckers)

Kardinalspecht (Dendropicos fuscescens)
Kardinalspecht (Dendropicos fuscescens)
Goldrückenspecht (Dendropicos griseocephalus); SÜDAFRIKA

Auch für die Vertreter der „echten“ Spechte ist Malawi mangels ausgedehnter Waldgebieter nicht gerade das ideale Beobachtungsgebiet.

Der Kardinalspecht (Dendropicos fuscescens oder Chloropicus fuscescens) [engl. Cardinal Woodpecker] (14 -16 cm) ist eine in Subsahara-Afrika weit verbreitete Art, die sehr unterschiedliche Waldtypen besiedelt, allerdings feuchte Regenwälder meidet. Wir konnten ein Exemplar u.a. am Malawisee und im Liwonde National Park beobachten. Es ist eine von mehreren ähnlich aussehenden Spechtarten mit mehr oder weniger gepunkteten/gestrichelten olivfarbenen Rücken und roten Kappen auf dem Kopf. Ein Blick in ein Bestimmungsbuch ist hier besonders wichtig! Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Unterseite, die beim Kardinalspecht gestrichelt ist. Beim Reichenowspecht (Campethera scriptoricauda) [engl. Reichenow’s Woodpecker] (20 cm) ist getüpfelt (Sichtung im Liwonde National Park). Dieser kommt in nur im Süden von Malawi und weiter nach Osten in Mosambik, sowie in Tansania vor. Er lebt in trockenen Wäldern (z.B. Miombo) vor und geht auch in offenere Biotope. Der Goldrückenspecht (Dendropicos griseocephalus oder Chloropicus griseocephalus) [engl. Olive Woodpecker] ist nicht getüpfelt/gesprenkelt/gestrichelt. Er ist oberseits und unterseits olivgrün mit grauem Kopf; rote Kappe bei den Männchen. Sein Habitat sind dichte, immergrüne Wälder. Wir hatten eine Sichtung im Nyika National Park; kein Foto auf dieser Reise.

FALCONIFORMES: Falconidae (Falkenartige)

Fie Falken werden heute systematisch nicht mehr zu den Greifvögeln gestellt, sondern bilden eine eigene Ordnung. Wir konnten nur nur eine Art nachweisen, den Schwarzrückenfalken (Falco dickinsoni) [engl. Dickinson’s Kestrel] (27 -30 cm) – hellgrauer (Kopf und Unterseite) bis dunkelgrauer (Rücken, Flügel), auffallend gelber, nackter Ring um das Auge; kein Foto. Ihn findet man in der Baumsavanne und ähnlichen offenen Landschaften. Unsere Beobachtung: Liwonde National Park

Die meisten anderen in Malawi nachgewiesenen Falkenarten sind lediglich Wintergäste und waren zu unserer Reisezeit noch nicht anwesend.

PSITTACIFORMES (Papageienvögel): Psittacidae (Papageien, Parrots)

Erdbeerköpfchen (Agapornis lilianae)

Der Liwonde National Park ist bekannt als der beste Ort, an dem man die Erdbeerköpfchen (Agapornis lilianae) [engl. Nyasa Lovebird] (14 -16 cm, klein!) beobachten kann. Sie kommen nur in wenigen isolierten Populationen eben dort und in einigen Gebieten der Nachbarländer vor. Zumindest in Malawi scheinen sie stark an Mopane-Wälder gebunden zu sein. Sie sind eine Birdlife-Triggerart für die dortige Importand Bird Area.

Ebenfalls im Liwonde National Park und auch Malawisee konnten wir den Goldbugpapagei (Poicephalus meyeri) [engl. Brown Parrot]  (21 -25 cm) identifizieren; kein Foto. Er liebt das offene Waldland in Wassernähe, ist aber auch in Miombowäldern vertreten.