Afrik. Scherenschnabel mit Graukopfmöwe  im Liwonde National Park – Alle Fotos auf der Seite (wenn nicht anders angegeben) von Ulrike Wizisk

Malawi Vogelliste Teil 2

CICONIIFORMES (Schreitvögel): Ciconiidae (Störche, Storks)

Zu den Schreitvögeln zählen heute nur noch die Störche, während Reiher und Ibisse nun zu den Ruderfüßern gestellt werden.

Nimmersatt (Mycteria ibis) 2x adult
Nimmersatt (Mycteria ibis) beim "fischen"
Nimmersatt (Mycteria ibis) immatur

Der Nimmersatt (Mycteria ibis) [engl. Yellow-billed Stork] (95–105 cm) ist in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet und nicht selten. Mit ihrem gelben Schnabel, dem roten, nackten Gesicht und den rot-orangenen Beinen er leicht zu erkennen. Jungtiere sind etwas blasser gefärbt. Die Vögel suchen in flachen und
sumpfigen Gewässern nach Fischen und anderem Kleingetier. Dazu lauern sie bewegungslos mit ins Wasser gesenktem Schnabel bis sie eine Bewegung ihrer Beute spüren, um dann im richtigen Moment zuzuschnappen. Wir hatten eine Sichtung am Malawisee, doch vor allen konnten wir die großen Vögel am Ufer des Shire im Liwonde National Park beobachten.

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Afrikanischer Klaffschnabel (Anastomus lamelligerus)
Afrikanischer Klaffschnabel (Anastomus lamelligerus)

Den Mohrenklaffschnabel (Anastomus lamelligerus) [engl. African Openbill] (80-94 cm) sollte man meiner Meinung nach in Afrikanischen Klaffschnabel umbenennen, um das herabwürdigende Wort „Mohr“ zu vermeiden. Sein Verbteitungsgebiet liegt in Afrika südlich der Sahara und bewohnt sumpfige Süßwasser-Biotope, auch entsprechende See- und Flussufer. Seine Hauptnahrung sind große Schnecken, deren Gehäuse er mit seinem auseinanderklaffenden Spezialschnabel knackt.  – Beobachtungen am Ufer des Shire im Liwonde National Park.

 

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weibl. Sattelstorch mit gelbem Auge
männl. Sattelstorch, noch ohne "Klunker"
männl. Sattelstorch mit "Klunkern"

Der Sattelstorch (Ephippiorhynchus senegalensis) [engl. Saddle-billed Stork] (ca. 150 cm, Flügelspannweite ca. 260 cm) ist einer der größten flugfähigen Vogel. Er ist im tropischen Afrika recht weit verbreitet, tritt aber nicht in großen Zahlen auf. Meist beobachtet man ein Paar oder Familien. Aufgrund seines rot-schwarzen Schnabels mit dem gelben Sattel ist die Art unverwechselbar. Die weiblichen Tiere haben ein gelbes Auge, die männlichen ein dunkles. Ausgewachsene Männchen tragen am Schnabelansatz zwei gelbe „Klunker“. Man findet sie an größeren Gewässern in offenen Landschaften, wo sie nach Fischen und anderen im Wasser lebendem Getier jagen. Dabei stehen sie still oder wandern langsam. Oft halten sie den geöffneten Schnabel ins Wasser und schnappen bei Beutekontakt zu. Wir konnten dieses am Ufer des Shire im Liwonde National Park beobachten.

Weitere Storcharten, die wir während unserer Reise gesichtet haben (keine Fotos):  Marabu (Leptoptilos crumenifer) [engl. Marabou] (Liwonde National Park) und Weißstorch (Ciconia ciconia) [engl. White Stork] (Wintergast!) auf der Fahrt vom Malawisee zum Zomba-Plateau (Karte).
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PELECANIFORMES (Ruderfüßer): Threskiornithidae (Ibisse und Löffler; Ibisses and Spoonbills)

Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus)
Hagedasch (Bostrychia hagedash)

Den Afrikanischen Löffler (Platalea alba) [engl. African Spoonbill] (90–91 cm) konnten wir nur einmal im Liwonde National Park nachweisen (kein Foto). Die Vöel kann man leicht an ihrem vorne löffelartig verbreiterten Schnabel erkennen.

Ibisse haben einen gebogenen Schnabel, mit dem sie in Boden herumstochern.

Der Heilige Ibis (Threskiornis aethiopicus) [engl. African Sacred Ibis] (65-89 cm) ist auffällig schwarzweiß gefärbt. Man findet ihn vornehmlich in der Nähe von Gewässern, aber auch abseits von ihnen im Grasland oder sogar im Kulturland. Seine Hauptnahrung sind Insekten, aber er „nimmt“ auch anderes Kleingetier (Liwonde National Park)

Der Hagedasch (Bostrychia hagedash) [engl. Hadada Ibis] (65–76 cm) ist überwiegend braun gefärbt, aber auf den Flügen schimmern einige Federn metallisch grün. An der Kopfseite hat er einen hellen Streifen und der Oberschnabel ist teilweise rotlich. Die Vögel halten sich nicht nur am Wasser auf, sondern entfernen sich oft recht weit davon; man sieht sie im offenen Buschland und an Waldrändern. Sie sind Kulturfolger, die auch menschliche Siedlungen nicht meiden. Der Hagedasch ruft laut und ausdauern ha-hahaa.

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PELECANIFORMES (Ruderfüßer): Ardeidae (Reiher, Herons)

Weißrückenreiher (Calherodius leuconotus)
Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), adult
Rallenreiher (Ardeola ralloides), Schlichtkleid
Westl. Kuhreiher (Bubulcus ibis)

Der kleine Weißrückenreiher (Calherodius leuconotus) [engl. White-backed Night-Heron] (ca. 50 cm) hält sich in dichten Baum- und Buschwerk in der Nähe von Gewässern auf. Er ist nachtaktiv und verlässt tagsüber die Deckung nur sehr selten, weshalb er schwer zu entdecken ist. (Liwonde National Park)

Auch der Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) [engl. Black-crowned Night-Heron] (58-55 cm) ist vornehmlich in der Dunkelheit aktiv. Tagsüber ruhen sie in Bäumen, sitzen dabei aber teilweise erstaunlich frei. Adulte (erwachsene) Vögel sind schwarz-grau-weiß mit roten Augen. Jungvögel sind braun getrichelt, und man muss aufpassen, dass man sie nicht mit Rallenreihern im Schlichtkleid verwechselt. (Liwonde National Park)

Rallenreiher (Ardeola ralloides) [engl. Squacco Heron] (42-47 cm) sahen wir während unserer Reise (September!) nur im Schlichtkleid am Ufer des Shire im (Liwonde National Park). Die Vögel verharren regungslos in der Vegetation direkt am Wasser und stoßen dann blitzschnell zu, wenn sich etwas bewegt.

Die meisten Reiherarten ernähren sich von im Wasser lebenden Getier, doch der Kuhreiher (Bubulcus ibis) [engl. Cattle Egret] hat sich eine andere Nahrungsquelle abseit von Gewässern erschlossen. Er folgt großen Pflanzenfressern und schnappt nach flüchtenden Insekten und anderen Kleintieren. So findet man diese Reiherart auch in trockenen Biotopen..

Graureiher (Ardea cinerea)
Schwarzhalsreiher (Ardea melanocephala)
Afrik. Silberreiher (Ardea alba melanorhynchos)
Seidenreiher (Egretta garzetta)

Den uns aus Mitteleuropa gut bekannten Graureiher (Ardea cinerea) [engl. Gray Heron] (90–98 cm) konnten wir im Liwonde National Park sichten.

Der Schwarzhalsreiher (Ardea melanocephala) [engl. Black-headed Heron] (92–96 cm) sieht im ersten Moment wie ein schmächtiger Graureiher aus, dann erkennt man aber das ausgedehntere Schwarz/Grau am Kopf und den hinteren Hals. Er ist in Afrika südlich der Sahara häufiger als der Graureiher. Man findet ihn auch abseits von Gewässern, denn er ernährt sich auch von kleinen Landtieren. So konnten wir die Schwarzhalsreiher an vielen Orten unserer Reise sehen, sogar in der afromontanen Landschaft des Nyika National Parks an einem Stauteich beim Chelinda Camp.

Der Afrikanische Silberreiher (Ardea alba melanorhynchos) [engl. Squacco Heron] (80–104 cm) hat während der Brutzeit einen ganz schwarzen Schnabel und seine Beine sind ebenfalls vollständig schwarz. Bei seinen europäischen Verwandten bleibt am immer Schnabel etwas Gelb erhalten, und die Beine sind oben etwas rötlich. Wir sahen im Liwonde National Park nur Vögel im Schlichtkleid, deren Schnäbel vollständig gelb sind. Bei großen weißen Reihern mit gelben Schnäbeln muss man in Afrika (und Asien) immer aufpassen, ob sie einen deutlichen Knick im Hals haben und ob der dunkle „Strich“ unter dem Auge bis HINTER das Auge reicht.  Ist das nicht der Fall handelt es sich um einen Afrikamittelreiher (Ardea intermedia brachyrhyncha) [engl. Yellow-billed Intermediate Egret] (65–72 cm), den wir nur einmal im Liwonde National Park identifizieren konnten (kein Foto).  Hinweis: Der eigentich deutliche Größenunterschied dieser beiden weißen Reiherarten hilft bei der Bestimmung nur wenig, es sei denn die Tiere stehen direkt nebeneinander. Und selbst dann können die unterschiedlichen Körperhaltungen sehr irritieren.

Der Seidenreiher (Egretta garzetta) [engl. Little Egret] (55–65 cm) hat in allen Kleidern einen schwarzen Schnabel. Ein sicheres Erkennungmerkmal sind seine hell gelben Füße, die aber oft in der Vegetation oder im Wasser verborgen sind. Seidenreiher leben überall dort, wo es Wasserflächen gibt, auch am Salzwasser. Der Speiseplan ist sehr abwechslungreich: alle möglichen Kleintiere im Wasser und an Land. Manchmal folgen die Seidenreiher großen Grasfressern – wie es auch die Kuhreiher machen. (Liwonde National Park)

Glockenreiher (Egretta ardesiaca)
Glockenreiher beginnt "Glocke" zu formen
Perfekte "Glocke"

Es ist ein besonderes Erlebnis; einen Glockenreiher (Egretta ardesiaca) [engl. Black Heron] (42–66 cm) zu beobachten, was uns im Liwonde National Park gegönnt war. Dieser kleine schwarze Reiher formt mit seinen Flügeln eine Art Schirm (die „Glocke“) und schafft sich damit Schatten. So kann er besser seine Beute im Wasser erkennen.

PELECANIFORMES: Scopidae

Hammerkopf (Scopus umbretta)
Hammerkopf (Scopus umbretta)

Der Hammerkopf (Scopus umbretta) [engl. Hamerkop] (50–56 cm). Der Hammerkopf ist ein etwas eigenartiger Vogel, der systematisch sehr isoliert ist. Er ist der einzige Vertreter der Familie Scopidae. Man findet den Vogel in (Afrika südlich der Sahara in allen Arten von Süßwasserbiotopen , auch an kleinen temporären Wasserstellen. Er benötigt flaches Wasser, in dem er umherlaufen kann und seine Beute sucht. Zum Brüten benötigt der Hamerkopf Bäume mit kräftigen Ästen, denn er baut eine riesige Nestkugel von 1,5 m Durchmesser, in deren Mitte die Brutkammer liegt. Der Eingang ist an der Unterseite.
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SULIFORMES: Phalacrocoracidae (Kormorane, Cormorants)

Weißbrustkormoran (Phalacrocorax carbo lucidus)
Weißbrustkormoran (Phalacrocorax carbo lucidus)

Der Weißbrustkormoran (Phalacrocorax carbo lucidus) [White-breasted Cormorant] (85–95 cm) ist eine Kormoran-Unterart mit hellem Hals und Brust, die im östlichen und südlichen Afrika vorkommt ist. Da sie ihrer Beute (Fische) tauchend nachstellen, findet man sie vornehmlich im Bereich von größeren Seen und Flüssen. Zumindest in Ostafrika sollen (selten) auch schwarze Morphen von Ph. c. lucidus auftreten. Alle Unterarten von Phalacrocorax carbo haben grüne Augen! Weißbrustkormorane sind im Liwonde National Park am Ufer des Shire in großer Zahl anzutreffen.

Sieht man in Malawi einen Kormoran mit ganz schwarzem Gefieder, dann handelt es ich fast ausschließlich um die Riedscharbe (Microcarbo africanus) [engl. Long-tailed Cormorant], die mit 50 bis 60 cm deutlich kleiner ist als der Weißbrustkormoran und einen recht langen Schwanz hat. Man findet sich auch an etwas kleineren Gewässern. Bei der Bestimmung der Art ist zu beachten, dass noch nicht vollständig ins Erwachsenengefieder gemauserte Vögel eine helle Unterseite haben. Die Augen der Riedscharbe sind rot! Wir hatten einige Sichtungen von Riedscharben am Malawisee (kein Foto).

Kormorane sitzen oft mit ausgebreiteten Flügeln, um ihr Gefieder zu trocknen. 

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SULIFORMES: Anhingidae (Schlangenhalsvögel, Darter)

Afrika-Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa)
Afrika-Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa)

Im ersten Moment mag man an einen Kormoran denken, denn der Afrika-Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa) [engl. African Darter] (85–97 cm) sitzt auch of mit ausgebreiteten Flügeln. Sein Hals ist aber deutlich länger und oft schlangenartig gewunden. Auch er ist ein Unterwasserjäger. Er spießt seine Beute – hauptsächlich Fische – mit seinem dolchartigen Schnabel auf. Beim Schwimmen im Wasser schaut nur Hals und Kopf heraus. 

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CHARADRIIFORMES (Regenpfeiferartige): "Limikolen"

Zu den Regenpfeiferartigen gehört die große Gruppe der Vögel, die Ornithologen mit dem Feldbegriff „Limikolen“ oder „Watvögel“ (engl. Waders) bezeichnen. Es sind (mit Ausnahmen) all diese Vögel, die am und oder im Wasser watend – vielfach mit Spezialschnäbeln ausgerüstet – nach Kleingetier jagen. Viele haben zumindest im Schlichtkleid ein unscheinbares Gefieder und manche Arten ähneln sich sehr, weshalb ihre Bestimmung oft schwierig ist. Sie gehören unterschiedlichen Familien  innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen an. Seit einiger Zeit wird auch die Familie der Möwenverwandten (Laridae) zu den Regenpfeiferartigen gestellt. Diese werden aber nicht als Limikolen bezeichnet.

Wassertriel (Burhinus vermiculatus)
Stelzenläufer (Himantopus himantopus himanotopus) UGANDA
Spornkiebitz (Vanellus spinosus) UGANDA
Senegalkiebitz (Vanellus senegallus) UGANDA

Alle folgenden Limikolen sind Standvögel in Malawi, also das ganze Jahr dort zu beobachten.

Den Wassertriel (Burhinus vermiculatus) [engl. Water Thick-knee] (38-40 cm)Familie Burhinidae (Triele, Thick-knees) konnten wir ein paar mal am Ufer des Shire im Liwonde National Park  sichten. Sein Habitat sind die Uferbereiche verschiedenster Gewässer, an denen aber zumindest etwas Buschwerk Deckung und Schatten spendet. Die Art ist in Afrika südlich der Sahara in entprechenden Biotopen nicht selten, das Verbreitungszentrum sind die östlichen Regionen. Von anderen Trielen unterscheidet er sich hauptsächlich durch die Streifen (schwarz und weiß) an der Seite.

Der Stelzenläufer (Himantopus himantopus) [engl. Black-winged Stilt] (35-40 cm) – Familie Recurvirostridae – ist mit seinen langen roten Beinen unverwechselbar. Sein Habitat sind flache Gewässer, in denen er im Wasser stehend nach Kleingetier stochert. Die Art ist in entspechenden Biotopen in Afrika und Eurasien weit verbreitet, meidet aber kalte Klimazonen. Unsere Beobachtungen: Malawisee und Liwonde National Park 

Aus der Familie der Charadriidae (Regenpfeifer) konnten wir zwei Vertreter im Liwonde National Park auf unsere Beobachtungliste setzen: Der Spornkiebitz (Vanellus spinosus) [engl. Spur-winged Lapwing] (25-38 cm) bevorzugt trockene, offene Habitate, die aber nie sehr weit weg von Gewässern liegen. Auch im Kulturland fühlt er sich offensichtlich wohl. In Malawi stößt er fast schon an seine südliche Verbreitungsgrenze. Hauptsächlich kommt er in einem Streifen südlich der Sahara quer über den Kontinent von West nach Ost vor – eben ungefähr bis auf die Höhe von Malawi. Entlang des Nil wanderte er bis in den mediterranen Raum ein. In der Türkei ist er ein Sommervogel.  Aufgrund seines braun-schwarz-weißen Gefieders lässt er sich eindeutig identfizieren. Der Senegalkiebitz (Vanellus senegallus) – [engl. Wattled Lapwing] (ca. 35 cm) ist im südlichen Afrika weiter verbreitet, fehlt aber auch in weiten Regionen. Er bevorzugt ebenfalls offene, eher trockene Biotope unweit von Gewässern und hält sich auch oft im Kulturland auf.  Sein Habitus mit den auffälligen gelben Hautlappen im Gesicht machen ihn eigentlich ziemlich unverwechselbar, allerdings gibt es im Gebiet mit dem Weißscheitelkiebitz (Vanellus albiceps) [engl. White-headed Lapwing] noch eine weitere Art mit „gelben Lappen“. Ihn könnte man ebenfalls am Ufer des Shire erwarten, aber keine Sichtung während unserer Reise.

Am Malawisee konnten wir eine Goldschnepfe (Rostratula benghalensis) [engl. Greater Painted-snipe] sichten; kein Foto

 

Blaustirn-Blatthühnchen (Actophilornis africana) ÄTHOPIEN Foto Helmut Wizisk
Blaustirn-Blatthühnchen (Actophilornis africana) MALAWI

Blaustirn-Blatthühnchen (Actophilornis africana) [engl. African Jacana] (25–32 cm) sind in Afrika südlich der Sahara überall dort zu finden, wo es Gewässer mit einer Schwimmblattzone gibt (Standvögel). Wie man auf dem Bild aus Äthiophien gut sehen kann, haben die Vögel sehr große Füße, die es ihnen ermöglicht auf den schwimmenden Blättern zu laufen ohne unterzugehen. Die blaue Stirnplatte macht die Bestimmung dieser Art einfach. Unsere Beobachtungen: Malawisee und Liwonde National Park .

Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) MALAWI
Waldwasserläufer (Tringa ochropus)
Grünschenkel (Tringa nebularia)
Bruchwasserläufer (Tringa glareola) ÄTHIOPIEN Foto Helmut Wizisk

Alle folgenden Limikolen der Familie Scolopacidae (Schnepfenvögel) sind Brutvögel auf der Nordhalbkugel und in Malawi als Wintergäste (Nordwinter) zu beobachten. Sie tragen dann ihre unscheinbaren Schlicht- oder Übergangskleider. Man sieht sie in der Regel in der Nähe von Gewässern. Die Bestimmung dieser Arten bedarf etwas Erfahrung und eines guten Bestimmungsbuches. Hier können nur ein paar Hinweise gegegeben werden. Während der Reisezeit im September waren noch nicht sehr viele dieser Zugvögel zu sehen, hier unsere Beobachtungsliste (fast alle nur im Liwonde National Park; Flussuferläufer auch „anderswo“, u.a. im Nyika National Park, Grünschenkel auch am Malawisee)

Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea) [engl. Curlew Sandpiper] (18-23 cm), grau-weiß, schwarze Beine, gebogener, relativ langer Schnabel; kein Foto

Zwergstrandläufer (Calidris ferruginea) [engl. Little Stint] (12-15 cm, klein!), grau-weiß, aber bräunliche Übergangskleider, kurzer dunkler Schnabel; kein Foto

Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) [engl. Common Sandpiper] (19-21 cm), siehe Foto; weiße Unterseite zieht sich vorne keilförmig nach oben, grüne Beine, wippt und knickst ständig (siehe auch Waldwasserläufer), im Flug weißes Flügelband

Waldwasserläufer (Tringa ochropus) [engl. Green Sandpiper] (19-21 cm), siehe Foto; dunkler als Flussuferläufer, kein „Keil“, wippt und knickst oft (siehe auch Flussuferläufer), im Flug kein weißes Flügelband

Grünschenkel (Tringa nebularia) [engl. Common Greenshank] (30-34 cm, groß!), siehe Foto; grünliche Beine, Schnabel leicht nach oben gebogen

Bruchwasserläufer (Tringa glareola) [engl. Wood Sandpiper] (19-21 cm), siehe Foto; bräunliches „geschupptes“ Gefieder, deutlicher Überaugenstreif, grünliche Beine

Temminckrennvogel - Cursorius temminckii - zwischen hochwachsendem Adlerfarn auf dem Nyikaplateau

Der Temminckrennvogel (Cursorius temminckii) – Familie Glareolidaeist keine „typische“ Limikole, denn er ist nicht an Gewässer gebunden, sondern eine Art der offenen Savanne. In Afrikas südlich der Sahara ist er weit verbreitet. Er lebt nomadisch, d.h. er zieht seiner Nahrung hinterher – vornehmlich Insekten (im Boden lebende Termiten), auch nimmt er ab und zu Samen zu sich.

Wie sein Name schon sagt ist der bei der Nahrungssuche flink unterwegs, stoppt dann oft abrupt, pickt nach Beute und rennt weiter. Auch bei Gefahr macht er sich eher zu Fuß davon, als dass er auffliegt.

Wir konnten ihn im offenen Grasland des Nyika National Parks beobachten.

 

CHARADRIIFORMES (Regenpfeiferartige): Laridae (Möwen und Seeschwalben)

Afrikanischer Scherenschnabel (Rynchops flavirostris)
Afrikanischer Scherenschnabel (Rynchops flavirostris) beim Fischen

Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) [engl. African Skimmer] (36-42 cm) findet man entlang von Flüssen, wenn sie Niedrigwasser führen, ansonsten an allen Gewässern, die ausreichend (kleine) Fische als Nahrung bereit halten. Ihre auffallend roten Schnäbel sind unten länger, was ihrer speziellen Jagdmethode geschuldet ist. Mit geöffneten Schnabel „durchflügen“ sie das Wasser – meist eine Strecke von 50 bis 100 m in einem Jagdflug. Bei Beutekontakt schnappen sie dann blitzschnell zu. Sie sind an Gewässern in Afrika südlich der Sahara nicht selten, fehlen aber ganz im Süden. Oft halten sie ganze Trupps auf Sandbänken oder vegetationslosen Uferabschnitten auf, die in Abständen immer mal wieder auffliegen. Die Vögel nomadisieren herum und folgen damit ihrer Beute. Wir konnten die schönen Vögel ausgiebig am Ufer des Shire im Liwonde National Park beobachten.

Graukopfmöwe (Chroicocephalus cirrocephalus)
Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica)
Weißflügel-Seeschwalbe (Chlidonias leucopterus) SÜDAFRIKA

 

Die Graukopfmöwe (Chroicocephalus cirrocephalus) [engl. Grey-headed Gull] (38–45 cm) kommt sowohl in Südamerika als auch auf dem afrikanischen Kontinent (hier Unterart poiocephalus) vor (Westafrika und im östlichen Süden).  Man findet sich an den Küsten und an größeren Gewässern im Inland. Wie konnten die Vögel oft bei den Trupps der Scherenschnäbel im Liwonde National Park beobachten. Sie waren alle bereits mehr oder weniger im Schlichtkleid mit nur wenig grau am Kopf.

Lachseeschwalben (Gelochelidon nilotica) [engl. Common Gull-billed Tern] (35-38 cm) sind fast weltweit verbreitet und in Malawi Wintergäste (Schlicht- oder Übergangskleider!)

Weißflügelseeschwalben (Chlidonias leucopterus) [engl. White-winged Tern] (23-27 cm) sind Wintergäste aus Eurasien (Schlicht- oder Übergangskleider!)